Koalitionsvertrag Rheinland-Pfalz: Das bedeutet er für Feuerwehren und Kommunen

Veröffentlicht am
5. Mai 2026

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Der neue Koalitionsvertrag von CDU und SPD setzt wichtige Impulse für den Brand- und Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz. Viele der formulierten Vorhaben greifen konkrete Herausforderungen auf, die Feuerwehren und Kommunen seit Jahren benennen.
Für den Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz (LFV RLP) ist klar: Der Vertrag enthält eine Reihe von Ansätzen, die geeignet sind, das Feuerwehrwesen im Land nachhaltig zu stärken, insbesondere im Ehrenamt, in der Ausbildung und bei der Ausstattung.

Stärkung des Ehrenamts und der Nachwuchsarbeit

Ein zentrales Signal ist die geplante Verbesserung der Anerkennungskultur. Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft sowie mögliche Dankprämien können dazu beitragen, das Engagement der Feuerwehrangehörigen stärker sichtbar zu machen und wertzuschätzen.
Auch die gezielte Förderung von Bambini-Feuerwehren ist ein wichtiger Schritt. Die frühzeitige Nachwuchsgewinnung bleibt eine der entscheidenden Voraussetzungen für ein zukunftsfähiges Feuerwehrsystem – gerade vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen.
Überdies wird die Stärkung von Frauen in der Feuerwehr ausdrücklich adressiert. Hier gilt es, bestehende Potenziale konsequent zu nutzen und strukturelle Hürden weiter abzubauen.

Entlastung der Kommunen und bessere Rahmenbedingungen

Mehrere Maßnahmen zielen direkt auf die Situation der kommunalen Aufgabenträger:
Sammelbeschaffungen, höhere Anteile aus der Feuerschutzsteuer sowie Investitionen in moderne Feuerwehrhäuser – etwa in Modulbauweise – können dazu beitragen, die finanzielle Belastung zu reduzieren und gleichzeitig notwendige Modernisierungen voranzubringen.
Gerade vor dem Hintergrund angespannter kommunaler Haushalte sind diese Ansätze von großer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehren vor Ort.

Ausbildung und Strukturen weiterentwickeln

Mit dem geplanten Ausbau des Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz zu einem modernen Übungs- und Kompetenzzentrum sowie der Prüfung dezentraler Ausbildungsstrukturen greift der Koalitionsvertrag zentrale Themen der Aus- und Fortbildung auf.
Ergänzend können Zuschüsse für Führerscheine einen wichtigen Beitrag leisten, um Einsatzbereitschaft und Tagesverfügbarkeit insbesondere im ländlichen Raum zu sichern.

Bevölkerungsschutz ganzheitlich stärken

Der vorgesehene Ausbau der Warninfrastruktur, insbesondere im Bereich der Sirenen, sowie die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung unterstreichen die Bedeutung eines leistungsfähigen und breit aufgestellten Bevölkerungsschutzes.
Feuerwehren sind dabei ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Systems, gemeinsam mit weiteren Akteuren im Brand- und Katastrophenschutz.

Forderungen aus der Praxis finden sich wieder

Viele der im Koalitionsvertrag aufgegriffenen Punkte greifen konkrete Bedarfe aus der Praxis auf – sowohl im Ehrenamt als auch auf kommunaler Ebene.
Diese Themen hat der LFV RLP bereits im Vorfeld klar adressiert: im One-Pager zur „Birkweiler Erklärung 2.0“, in begleitenden Video-Clips zur Landtagswahl sowie im direkten Austausch mit politischen Entscheidungsträgern.
Damit wird deutlich: Die Perspektiven der Feuerwehren vor Ort finden zunehmend Eingang in politische Entscheidungsprozesse.

Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Jetzt entscheidend ist eine zügige und verlässliche Umsetzung vor Ort. Der LFV RLP wird diesen Prozess weiterhin konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass die vorgesehenen Maßnahmen praxisnah in den Kommunen ankommen.
Denn eines bleibt zentral: Ein leistungsfähiger Brand- und Katastrophenschutz ist nur mit starken, gut ausgestatteten und gut ausgebildeten Feuerwehren möglich – getragen vom Engagement vieler Ehrenamtlicher im ganzen Land.


Den vollständigen Koalitionsvertrag gibt es hier.

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